Wie ich meine Bienenvölker halte
Meine Bienenrasse ist die Carnica-Biene, die in Deutschland flächendeckend verbreitet ist. Meine Völker leben in Holzmagazinen mit 10 Dadantwaben im Brutraum. Die Honigwaben sind nur halb so hoch wie die Brutwaben. Zwischen Brutraum und Honigraum liegt ein Absperrgitter. Die Honigwaben bleiben also immer brutfrei.
Ein Bienenvolk besteht aus vielen tausend Bienen, mehreren hundert Drohnen (nur im Frühjahr und Sommer) und nur einer Königin. Diese spielt eine besondere Rolle im Bienenvolk, denn alle Bienen eines Volkes stammen von ihr, der "Volksmutter" ab und erben ihre genetische Eigenschaften. Die wichtigsten sind Friedfertigkeit, Schwarmträgheit, ruhiger Wabensitz, Leistungsfähigkeit und Varroatoleranz. Diese Eigenschaften sind bei der landläufigen Biene nicht so ausgeprägt wie bei Völkern, die von Zuchtköniginnen abstammen. Deshalb ziehe ich jedes Jahr von einer Reinzuchtkönigin Königinnen nach, um damit junge Völker aufzubauen oder alte Königinnen zu ersetzen.
In meinen Völkern verwende ich nur eigenes Wachs, da fremdes Wachs Verunreinigungen enthalten könnte. Hauptsächlich verwende ich das Entdeckelungswachs zum Gießen von Mittelwänden, aus denen die Bienen wieder neue Waben bauen.
Die Varroamilbe ist ein eingeschleppter Parasit, der sich in der Bienenbrut vermehrt. Unsere Bienen können diesen Schädling - noch - nicht abwehren. Bis es varroatolerante Bienen gibt - die Züchter arbeiten noch daran - muß der Imker den Befall ständig im Auge behalten. Wenn bestimmte Schadschwellen überschritten werden, führe ich Behandlungen mit Ameisensäure (Verdunstungsverfahren) oder Oxalsäure (Träufelverfahren) durch. Diese Maßnahmen finden nur im Juli und im Dezember statt, also ausserhalb der Zeit, in der die Bienen Honig produzieren. Beide Substanzen sind für diesen Zweck amtlich zugelassen und hinterlassen keine Rückstände.